Rückführungstherapie

Die Rückführungstherapie wird seit längerer Zeit eingesetzt bei frühen Bindungsstörungen, die durch vorgeburtliche, geburtliche und / oder nachgeburtliche emotionale und körperliche Trennungserlebnisse entstanden sind. Diese Bindungsstörungen zeigen sich in unterschiedlichen Störungsbildern besonders zwischen Mutter und Kind. Durch schicksalshafte Ereignisse kann der prägende vorgeburtliche emotionale Dialog zwischen Mutter und Fetus beeinträchtigt und/oder unterbrochen sein. Eine schwere und / oder lange Geburt (oft unter Sedierung der Mutter) sowie der fehlende emotionale Körperkontakt direkt nach der Geburt stören die frühe emotionale Bindung von Mutter und Kind.
Die Rückführungstherapie hat zur Aufgabe, diese frühen Erlebnisse und Traumen wiederzubeleben und damit die ursprüngliche Nähe und emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind wiederherzustellen, damit die Kontinuität der Entwicklung des Kindes gegeben ist.
Die Rückführungstherapie nach Ute Heimes basiert auf dem theoretischen Grundkonzept der Festhaltetherapie nach Dr. Jirina Prekop. Das wesentliche Prinzip besteht darin, die traumatischen vorgeburtlichen, geburtlichen und nachgeburtlichen Erlebnisse von Mutter und Kind gleichzeitig wiederzubeleben. Über die anfängliche Selbstzentrierung und Tiefenentspannung bei Mutter und Kind wird die Entwicklungsgeschichte beider Personen wiederbelebt. Mutter und Kind werden gleichzeitig zurückgeführt an einen frühen gemeinsamen sicheren Ort in der Schwangerschaft. Im gemeinsamen emotionalen Erleben werden die Stationen, an denen Verletzungen stattgefunden haben, emotional wiederbe(er)lebt, emotional zum Ausdruck gebracht und somit verarbeitet.

Der gesamte Rückführungsprozeß setzt sich zusammen aus:                                                     

  • der Einführungsphase
  • der Haupttherapiephase und
  • der Abschlußphase


Wann wird Rückführungstherapie eingesetzt?

  • nach schicksalhaften Ereignissen in der Schwangerschaft
  • nach einer langen und schweren Geburt
  • nach frühen körperlichen und/oder emotionalen Trennungen vor oder nach der Geburt
  • Kaiserschnittentbindung
  • Verlust der Mutter (Adoptivkind)